Allgemeines zu den Pferden

Pferde sind Pflanzenfresser und somit Beutetiere, die sich in freier Wildbahn zum Schutz vor Raubtieren zu möglichst großen Herden zusammen finden. Sie sind also äußerst sozial veranlagt. Dazu sind sie Dauerfresser, die innerhalb der Herde immer weiter ziehen um genügend Futter und Wasser zu finden.

Ihre Grundbedürfnisse sind daher Futter, Wasser, Ruhe und Sicherheit sowie Gemeinschaft zu finden. Um die Sicherheit aber auch das entspannte Zusammenleben zu ermöglichen und zu erhalten muss es Regeln und Umgangsformen innerhalb einer Herde geben, wie in jedem sozialen Miteinander. Daher haben sie ein allgemein gültiges und für alle verständliches Kommunikationssystem. Dieses basiert hauptsächlich auf der Körpersprache. Und ist in diesem Bereich außerordentlich vielfältig.

Es gibt eine Rangordnung innerhalb der Herde in welcher die Leitstute die Herde führt und der Leithengst die Herde schützt und für Nachwuchs sorgt. Alle anderen Pferde finden ihre eigenen Plätze innerhalb dieser Ränge. Ist die Rangordnung innerhalb einer Herde bereits geklärt, herrschen zumeist viel gegenseitiger Respekt und es reichen oft kleinste Signale aus um die jeweiligen Grenzen zu klären.

Die Körpersprache steht über der Körperhaltung und über der Rangfolge. Wer darf als erstes das begehrtere Gras fressen und wer muss warten. Die Ohren bieten eine Vielzahl an Ausdrucksmöglichkeiten, Schweif- Hals- und Kopfhaltung ebenfalls.  Immer ist es eine klare und unverfälschte Aussage und sie ist immer im Hier und Jetzt angesiedelt. Pferde sind darauf angewiesen Sicherheit im Herdenverband zu erhalten. Daher wird Fehlverhalten zwar unterschiedlich massiv geahndet, jedoch sofort „verziehen“ und vergessen sobald das Fehlverhalten eingestellt und Nachgiebigkeit signalisiert wird.  Es gibt kein schlechtes Gewissen, Pferde sind nicht nachtragend oder „beleidigt“. Das alles sind Eigenschaften des Menschen, nicht der Pferde.

Was nicht bedeutet, dass Pferde nicht lernen oder erinnern. Das tun sie sehr wohl. Haben sie eine schlechte Erfahrung gemacht, vermeiden sie es zumeist , diese nochmals zu machen. Machen sie positive Erfahrungen bemühen sie sich eher diese zu wiederholen.  Pferde sind Energiesparer, damit sie immer genug Energie zur Flucht haben. Verbinde ich als Mensch also ein unerwünschtes Verhalten meines Pferdes z.B. mit Mehrarbeit und mache ihm das erwünschte Verhalten mit Ruhe und Pausen schmackhaft, wird es auf diese Weise lernen welches Verhalten gewünscht wird. Allerdings nur dann wenn ich auch eine Form der Kommunikation anwende, die mein Pferd verstehen kann. Reden hilft hierbei nur wenig. Wut und Ungeduld sind völlig fehl am Platz. Sie sehen vielmehr meine Körperhaltung im Bezug zu einem der wenigen Worte, die ich verwende. Und es bedarf der Klarheit und der gleichbleibenden, neutralen Konsequenz.

Und genau hier beginnt Kommunikation.

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